Bewerber ist nicht gleich Bewerber - Warum der Hintergrund im internationalen Recruiting eine besondere Rolle spielt

Wednesday, June 20

Zurück zum Blog

Der Hintergrund eines Bewerbers kann starke Auswirkungen auf die Dauer des Relocation-Prozesses und die erforderliche Unterstützung haben. Nicht nur die Visabeschaffung ist hiervon betroffen, auch die weitere Integration hängt maßgeblich von der Herkunft und weiteren Faktoren ab.

I. Das Herkunftsland

Generell gilt: Für Mitarbeiter, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen, sind die Herausforderungen um einiges größer, als für inländische Mitarbeiter, da Deutschland nicht gerade für seine unkomplizierten bürokratischen Abläufe bekannt ist. Hierbei gilt es zwischen Mitarbeitern aus der EU, aus privilegierten Staaten und aus sogenannten Drittstaaten zu unterscheiden, denn jeder Relocation-Prozess ist anders.

Recruiting aus Europa
Mitarbeiter, die aus der EU eingestellt werden, benötigen kein Visum, weshalb schon einmal ein großer administrativer Schritt übersprungen werden kann. Der Mitarbeiter kann ohne Visum einreisen und hier seinen neuen Job beginnen. Nichtsdestotrotz gibt es ebenfalls für Europäer einige Hürden zu meistern, wie beispielsweise die Wohnungssuche oder die Integration in Deutschland. Wer nicht aus dem europäischen Ausland kommt, benötigt ein Visum, um in Deutschland arbeiten zu können. Je nach Ausgangslage dauert dieser Prozess von wenigen Wochen bis hin zu mehreren Monaten.

Recruiting aus privilegierten Staaten
Hier ist das Recruiting noch etwas einfacher als bei den Drittstaaten, da Menschen aus den privilegierten Staaten ohne Visum in Deutschland einreisen können und sich bis zu drei Monate hier aufhalten dürfen. Jedoch muss eine Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis innerhalb von drei Monaten beantragt werden. Wenn nötig, kann das Visum auch erst nach der Einreise in Deutschland beantragt werden. Dies gilt für Staatsangehörige aus Australien, Israel, Japan, Kanada, Republik Korea, Neuseeland und die Vereinigten Staaten von Amerika. 

Recruiting aus Drittstaaten
Das Recruiting aus Ländern, die als Drittstaaten bezeichnet werden, stellt womöglich die größte Herausforderung dar. Um internationale Mitarbeiter bestmöglich unterstützen zu können, benötigt man ein breites Wissen über die generellen Visarichtlinien und die damit verbunden Anforderungen an die vorherige Ausbildung, das Einkommen und den Jobtitel. 

II. Der höchste Abschluss

Der Abschluss des Mitarbeiters, sei es ein Hochschulabschluss oder eine Berufsausbildung, ist entscheidend für den Visaprozess. Um ein Visum zu bekommen muss der Antragsteller entweder einen anerkannten Abschluss haben oder eine Genehmigung der Arbeitsagentur vorweisen. 

Anerkannter Abschluss
Erleichtert wird dieser Prozess, wenn der Mitarbeiter einen anerkannten Universitätsabschluss hat, der mit einem deutschen Abschluss vergleichbar ist, denn dann kann die Blaue Karte EU erteilt werden und die deutsche Arbeitsagentur muss in dem Prozess nicht beteiligt werden.

Nicht anerkannter Abschluss
Auch wenn der Universitätsabschluss des Mitarbeiters nicht anerkannt ist, gibt es Mittel und Wege ihn nach Deutschland zu bekommen. Der Arbeitgeber sollte in diesem Fall eine Vorabprüfung in die Wege leiten. Hier trifft die Arbeitsagentur die Entscheidung darüber, ob der internationale Mitarbeiter in Deutschland seine Arbeit aufnehmen darf. In diesem speziellen Fall gibt es Gehaltsgrenzen, Kenntnisse und Anforderungen, die es von Unternehmen und Mitarbeiter zu erfüllen gilt. 

Wenn die Vorabprüfung negativ ausfällt, gibt es noch die Möglichkeit den ausländischen Abschluss anerkennen zu lassen. Dieser Prozess dauert häufig leider mehrere Monate und ist nur zu empfehlen, wenn Unternehmen und Mitarbeiter zeitlich flexibel sind, denn: Es gibt keine Garantie, dass der Abschluss des Mitarbeiters anerkannt wird.

III. Der Familienstatus

Bewerber die alleine kommen sind grundsätzlich einfacher zu betreuen da es nur die eine Person gibt, die den Prozess durchlaufen muss. Partner und Kinder können natürlich ohne große Probleme dabei sein, es muss jedoch darauf geachtet werden dass auch für sie Unterstützung bereitgestellt wird, besonders in der sozialen Integration.

Partner
Wenn ein internationaler Mitarbeiter in Begleitung des Partners/ der Partnerin kommt, gibt es verschiedene Dinge zu beachten. Zum einen spielt diese Tatsache bei der Visabeschaffung eine Rolle aber auch noch im weiteren Verlauf, insbesondere bei Integrationsthemen. Die soziale Integration könnte beispielsweise durch Netzwerkbildung, Freizeitaktivitäten, o.ä. unterstützt werden, da die Zufriedenheit des Partners auch eine wichtige Rolle für die langfristige Bindung des Bewerbers spielt.

Kinder
Auch bei Kindern ist das Thema Integration wichtig, darüber hinaus gibt es aber auch verschiedene bürokratische Themen die beachtet werden müssen. Kinder- und Elterngeld sind beispielsweise ein Thema, genauso wie die Suche nach passenden Schulen und Kindergärten.